#04 Erfahrungsbericht vom Bundesheer: Nachtsichtbrille 3D NYX

Erfahrungstest Nachtsichtbrille 3D NYK

Vzlt Gerlad WeihsVizeleutnant Gerald Weihs ist Schießausbilder an der österreichischen Heeresunteroffiziersakademie in Enns und Gast-Autor unseres Blogs. Aufgrund seiner Positionen schöpft er aus einem riesigen Erfahrungsschatz, in den er uns einmal mehr im folgenden Blogbeitrag Einblick gibt:
 
 

Das Österreichische Bundesheer wird in den kommenden Jahren deutlich besser ausgestattet. Neben großen Projekten - wie der Modernisierung der Panzerflotte, dem Ausbau von Hubschrauberkapazitäten und der Verbesserung von Kasernen - wird auch die Ausrüstung der Soldaten optimiert.

Dabei geht es vor allem um bessere Standardbewaffnung und Nachtsichtgeräte. Ich durfte im Rahmen einer Fortbildung die Nachtsichtbrille 3D NYX und das Sturmgewehr 77 in der modifizierten Version StG77 A1 MOD im „scharfen Schuss“ testen, und schildere euch meine Eindrücke und Folgerungen.

 

Nachtsichtbrille 3D NYX 

Nachtsichtbrille 3D NYX montiert am Helmsystem Sentry XP, mit Gegengewicht auf der Rückseite;

Nachtsichtbrille 3D NYX montiert am Helmsystem Sentry XP, mit Gegengewicht auf der Rückseite - Foto: Gerald Weihs

Als längst fällige „Ablöse“ der altbekannten Nachtsichtbrille „LUCIE“ stellt die NXY tatsächlich eine entscheidende Verbesserung in der Nachtsichtfähigkeit dar.

Die räumliche Distanz zu Personen, Mauern, Objekten etc. lässt sich wesentlich besser abschätzen als beim Vorgängermodell. Der hochauflösende Restlichtverstärker ermöglicht auch bei wenig Umgebungslicht (Stichwort „Keller“) eine gute Darstellung des Umfelds.

Da die Brille mit einem Gewicht von 550 Gramm, gemeinsam mit dem Helm und anderer Systemkomponenten (z.B. Gegengewichtsplatte) schnell zu einer Gesamtbelastung von 2 kg oder mehr führt, muss als

- Folgerung 1 - ein Gewöhnungsprogramm über mehrere Wochen erfolgen. Diese könnte aus einer progressiven Anzahl von „Trageintervallen“ verbunden mit Kräftigungsübungen und gleichzeitigem Lockerungsprogramm für die Nackenmuskulatur bestehen. Der korrekten Helmanpassung kommt natürlich entscheidende Bedeutung zu. Andernfalls, und diese Erfahrung machte ich im Rahmen des Trainings, drohen Kopfschmerzen und Verspannungen. Beides im Sinne der Kampfkraft des Schützen nicht zuträglich.

Bei Dunkelheit den Abstand zu den Teamkameraden richtig abzuschätzen, Deckungen zu erkennen und entsprechend auszunützen, Hindernisse nicht als „Stolpersteine“ zu erfahren - dies nimmt schon bei Tageslicht entsprechend Training in Anspruch. Um diese Fertigkeiten im Einsatzfall möglichst automatisiert abrufen zu können, empfehle ich als 

- Folgerung 2 - ein Wahrnehmungstraining: Hierbei bewegt sich der einzelne Schütze, im Level 1, in einem dunklen, adaptierten Raum. Bekleidet mit der Gefechtsausrüstung (Helm, Weste), bewaffnet und mit Nachtsichtbrille ausgerüstet, muss er einer vorgegebenen Bewegungslinie folgen. Dabei gilt es einfachen Hindernissen wie z.B. Möbelstücke auszuweichen. Eine Steigerung auf ein Level 2 könnte mit dem Suchen und Finden von relevanten Gegenständen wie Waffen, Skizzen, Ausrüstungsgegenständen etc. verbunden sein. Diese Schulungsmaßnahme würde im Level 3 die beiden vorhergehenden Aufgaben um ein „gesichertes Vorgehen und Kommunizieren“ im 2er-Team komplettieren.

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Wie der Test des Sturmgewehr 77 in der modifizierten Version StG77 A1 MOD abgeschnitten hat, schildert Vzlt WEIHS euch dann im kommenden Blogartikel.

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